Mischpult Typen & Hersteller

Wie bei den meisten Hardware-Teilen im Homestudio Bereich gibt es viele verschiedene Typen und Arten an Geräten, die sich an unterschiedliche Nutzergruppen und Anwender richten. Vor allem Kombi-Geräte, die Schnittstellen aus verschiedenen Gerätetypen bilden, werden immer beliebter. So gibt es heute viele Mischpulte, die integrierte Audio Interfaces besitzen und andersherum. Wir zeigen dir die wichtigsten Hersteller, Typen und geben dir Tipps zum Mischpult kaufen.

Mischpult Typen

Jetzt wo wir die wichtigsten Ausstattungsmerkmale von Mischpulten kennen, wollen wir uns um die verschiedenen Kategorien und deren Anwendungszwecke kümmern. Die aufgeführten Hersteller sind grob von günstig nach teuer aufgelistet.

Kleinmischpulte:

Als Kleinmischpulte werden analoge Geräte bezeichnet, die über eine minimale Ausstattung verfügen. Man trifft sie oft in Proberäumen, bei kleinen Veranstaltungen oder auch in Privatwohnungen an. Sie verfügen meist über nur zwei bis acht Eingänge von denen nicht selten nur ein Teil mit Preamps ausgestattet ist. Fast immer bringen sie eine rudimentäre bis brauchbare Equalizer-Section und ein bis vier Aux-Sends mit. Dynamische Effekte findet man hier nur sehr selten.

Typische Hersteller für Kleimischpulte sind:

Behringer, Mackie, Soundcraft sowie Allen & Heath.

DJ-Mixer:

Der DJ-Mixer stellt eine Sonderform des Mischpultes dar. Er verfügt meistens nur über zwei bis drei Stereo-Kanäle. Diese sind für Zuspielgeräte wie Plattenspieler oder CD-Player gedacht. Zusätzlich zu den Kanal-Fadern verfügt diese Mischpultvariante über so genannte Cross-Fader. Mit einem solchen kann das Signal zwischen zwei Kanälen sanft übergeblendet werden. Bei DJ-Mixern wird großen Wert auf die Leichtgängigkeit der Fader gelegt. Sie werden im DJ-Einsatz oft hektisch und grob bedient und müssen deshalb deutlich robuster sein als die fragilen Fader eines gewöhnlichen Pultes.

Ausgangsseitig sind DJ-Mixer immer mindestens mit einem Lautsprecher- und einem Kopfhörer-Ausgang ausgestattet. Während das Signal für den Lautsprecher-Ausgang von der Stellung des Crossfaders abhängig ist, kann der Kopfhörer mit den verschiedenen Kanalzügen beschaltet werden. Auf diese Weise kann der DJ bereits das nächste Stück hören während das alte noch läuft und gegebenenfalls Tempo, Lautstärke und Effekte justieren um einen sauberen Übergang zwischen den Stücken zu vollziehen.

DJ-Mixer sind oft mit exotischen Effekten wie Pitch-Shiftern, Verzerrungen und Echos ausgestattet, um dem DJ mehr kreative Möglichkeiten zu bieten. Auch eine EQ-Section ist quasi immer mit dabei. Außerdem findet sich meist ein Mikrofon-Anschluss für Durchsagen oder Anheizen des Publikums.

Bekannte Hersteller von DJ-Mixern sind:

Behringer, Numark, Akai, Pioneer und Rane

Powermixer:

Der Powermixer (zusammen mit Lautsprechern oft auch klein-PA) findet sich häufig als Teil einer Gesangsanlage im Proberaum oder bei kleineren Veranstaltungen. Die Geräte sind meist Kastenförmig ausgeführt wie ein kleiner Gitarrenverstärker. Der Großteil der Bedienelemente ist gewöhnlich als Drehregler realisiert.

Powermixer enthalten einen kräftigen Verstärker, mit dem kleinere Veranstaltungs-Lautsprecher betrieben werden können. Diese müssen meist auf der Rückseite mit zwei Gitarren-, Mikrofon- oder Speakon-Kabeln angeschlossen werden. Mikfofone und Line-Geräte werden frontseitig angeschlossen.

Die Kanalzüge von Powermixern beschränken sich auf das Nötigste: Ein Gain-Regler und eine simple EQ-Section (meist mit festen Frequenzwerten). Gelegentlich finden sich außerdem noch Hall-Effekte und Inserts. Eine Fader-Section sparen sich die meisten Geräte. Die Lautstärke wird mit den Gain-Reglern und dem Gesamtlautstärke-Regler bestimmt.

Durch ihre simple Ausstattung eignen sich Powermixer nicht um einen komplexen Mix zu erstellen. Sie sind eher als Gesangs-Äquivalent zum Gitarrenverstärker zu verstehen. Einzig die Tatsache, dass mehrere Mikrofone (oder Line-Geräte) gleichzeitig angeschlossen werden können, macht sie zu einem Mischpult. Die vordergründige Funktion eines Powermixers ist schlicht lauten Gesang zu erzeugen.

Bekannte Hersteller von Powermixern sind:

Behringer, Yamaha, Mackie

Live-Mischpulte

Im Live-Bereich findet man bereits Mischpulte von beeindruckenden Dimensionen. Analoge Geräte sind heutzutage immer seltener darunter. Live-Mixer verfügen oft (ähnlich wie Recording-Pulte) über sehr viele Ein- und Ausgänge. Jedes Instrument auf der Bühne muss entweder per Mikrofon oder per Instrumenten-Kabel in das Pult geführt werden. Das Pult wiederum speist sowohl die PA-Anlage als auch die auf der Bühne befindlichen Monitorboxen mit Sound.

Mischpult bei Live-Gig

Turntables am DJ Mixer

Da bei Live-Veranstaltungen alles unter Zeitdruck geschieht, sind Live-Pulte gewöhnlich sehr übersichtlich gehalten. Viele der Bedienelemente sind farbig beleuchtet und die Kanäle können oft auf kleinen Leuchtdisplays beschriftet werden. Außerdem verfügen Live-Pulte häufig über diverse Automations- und Speicherfeatures, mit denen Einstellungen abgespeichert und schnell wieder aufgerufen werden können.

Viele moderne Live-Mischpulte sind zusätzlich mit einem Audio-Interface ausgestattet. Auf diese Weise kann der Tontechniker die Veranstaltung einfach mitschneiden. Oft wird dabei nur das Signal nach dem Master-Fader aufgezeichnet. Immer häufiger tauchen aber Geräte auf, mit denen alle Spuren auch separat mitgeschnitten werden können. Auf diese Weise kann man die aufgenommenen Spuren im Computer mischen oder einzeln zurück ins Pult schicken und den Mix wie Live (aber in Ruhe) mit dem Pult noch einmal durchführen.

Wichtige Hersteller von Live-Pulten sind:

Behringer, Soundcraft, Allen & Heath, Yamaha, Midas

Recording-Mischpulte

Als Recording-Mischpulte werden meist die gewaltigen, analogen Schlachtschiffe bezeichnet die sich auch heute noch in vielen großen Tonstudios finden. Während sich diese Geräte (und ihre unzähligen kleineren und unauffälligeren Geschwister) meist durch ausgezeichnete Klangqualität und hochwertige Effekt auszeichnen, sind sie leider gewöhnlich auch sehr teuer.

Daher wird in vielen Studios und Homestudios heute stattdessen eine Kombination aus Controller, Computer und Audio-Interface verwendet. Der Controller bietet die Bedienelemente eines Mischpultes, steuert dabei aber den Computer, der die Funktionen eines echten Pultes inklusive Bandmaschine nachahmt. Oft fehlt der Controller auch ganz und der Computer wird einfach mit Maus und Tastatur bedient. Mittels des Audio-Interfaces werden dann die Ein- und Ausgänge (die sonst am Pult lägen) mit dem Computer verbunden.

Selbst vollständig ausgeführte, analoge Recording-Mischpulte werden nur noch selten an eine klassische Bandmaschine angeschlossen. Stattdessen sitzt auch hier ein Computer mit Audio-Interface. Bei der Aufnahme laufen dann die Signale durch das Pult in den Computer. Die im Computer (oder der Bandmaschine) aufgezeichneten Tonspuren können anschließend nochmal durch das Pult geschickt werden. Aufgezeichnet wird diesmal gewöhnlich die Master-Spur. Mittels Zeit-synchronisierten Motor-Fader-Automationen und den Effekten des Pultes kann jetzt professionell ein Mix erstellt werden. Da aber auch die Effekte im Rechner verwendet werden können, setzt sich dank deren steigender Qualität und Flexibilität die Arbeit direkt im Computer auch im Tonstudio immer mehr durch.

Einen Kompromiss stellen digitale Recording-Mischpulte dar. Diese sind oft eng verwand mit den digitalen Live-Pulten und werden nicht selten für beide Zwecke eingesetzt. Im Endeffekt handelt es sich dabei um die drei oben genannten Komponenten Controller, Computer und Audio-Interface, zusammengefasst in einem Gerät. Meistens kann man mit ihnen auch ganz ohne einen zusätzlichen Computer Aufnahmen erstellen und auf eine externe Festplatte speichern. Von dort können sie später aufgerufen und mit den Effekten des Pultes bearbeitet werden. Trotzdem besteht häufig die Option das Pult mit einem externen Computer zu verbinden und die Kanäle mit einer Audiosoftware aufzunehmen. Beim Mix kann dann in den meisten Fällen die im Computer verwendete Aufnahmesoftware mit den Bedienelementen des Pultes gesteuert werden.

Bekannte Hersteller von Recording-Mischpulten sind:

Behringer, Mackie, Yamaha, Alan & Heath, Soundcraft, Neve, SSL

Abschließende Worte zu den Herstellern

Bei der obigen Auflistung von Mischpult-Typen wurden immer auch die bekanntesten Hersteller genannt. Oft werden diese mit verschiedenen Qualitäts-Standards identifiziert. Der deutsche Hersteller Behringer zum Beispiel produziert Geräte in allen Bereichen der Tontechnik. Einen besonders guten Ruf hat er dabei nicht. Seine Kleingeräte werden oft abfällig als Spielzeug belächelt und verfügen tatsächlich nicht selten über ein hohes Eigenrauschen durch billige Bauteile. Andererseits werden die höherpreisigen Geräte der Marke in jüngerer Zeit bei Tests durchaus immer wieder nachdrücklich gelobt.

Softwarepult auf Laptop

Laptop mit DJ-Software

Die Pulte von Mackie hingegen sind etwas teurer, haben aber zumindest im Analog-Segment einen deutlich besseren Ruf. Im unteren Mid-Price-Bereich sind sie seit vielen Jahren so etwas wie ein Dauerbrenner.

Yamaha deckt ähnlich wie Behringer vom kleinen Hobbie-Pult bis zu hochprofessionellen Studio-Konsole alles ab. Insgesamt genießt die Firma aber ein höheres Ansehen und ist heute besonders für ihre digitalen Produkte bekannt.

Die meisten restlichen Firmen, allen voran Neve und SSL sind Spezialisten aus dem High-End-Bereich. Ihre Flaggschiffe finden sich in den renommiertesten Studios und kosten oft mehrere 100.000 Dollar. Nach und nach versuchen aber auch sie in den niedrigeren Preissegmenten Fuß zu fassen, da sich dort immer mehr ernstzunehmende Konkurrenz ansammelt.

Am Ende kommt man bei der Anschaffung eines Mischpultes nicht umhin sich mit den verschiedenen Angeboten für das jeweilige Budget zu beschäftigen. Die Investition in ein Mischpult sollte nicht impulsiv getroffen werden. Stattdessen bietet das Internet zahllose Testartikel und Forenbeiträge, mit deren Hilfe man sich eine Meinung bilden kann. Wer geduldig recherchiert, wird am Ende mit einem Produkt belohnt, dass viele Jahre gute Arbeit leisten kann.

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