Das musst du beim Mikrofon-Setting beachten

Wenn du dein Mikrofon im Homerecording Studio platzieren möchtest, gibt es viel zu beachten. Nicht nur die Wahl des perfekten Aufnahmeraums für die optimale Akustik, sondern auch viele andere Dinge – wie zum Beispiel die Platzierung des Mikrofons – spielen eine große Rolle bei der Verbesserung der Aufnahmequalität.

Kondensatormikrofon oder dynamisches Mikro?

Bereits die Wahl der Bauweise deines Mikrofons beeinflusst die optimale Anbringung des Geräts stark. Wenn du ein Kondensatormikrofon nutzt, dann sollte dies mit dem Mikrofonkorb nach unten aufgehängt werden. Der Grund dafür ist ganz einfach: Die Phantomspeisung sorgt für Wärementwicklung und wenn diese Wärme die Membran passiert, können die Aufnahmen davon verzerrt werden.

Ein dynamisches Mikrofon benötigt keine Vorspannung, die Anbringung ist daher egal. Grundsätzlich können für kürzere Sessions natürlich auch Tischstative genutzt werden, die dann das Mikrofon tragen. Wichtig ist, dass der Standfuß schwer und massiv ist und nebenbei auch noch Noppen am Boden besitzt, damit Wackler und Ruckeln nicht die Aufnahmen stören.

Der Wandschrank als Reflexionsschirm

Wenn du keinen eigenen Reflexionsfilter kaufen möchtest und dieser sich aus anderen Gründen nicht für dein Setting eignet, dann musst du auf anderem Wege dafür sorgen, dass unerwünschte Schallwellen und Echos nicht auf den Aufnahmen landen. Wenn du den Mikrofonständer vor einem geöffneten Kleiderschrank aufstellst, ist dies ein guter Weg.

Warum? Ganz einfach: Die Kleidung selbst ist sehr feinporig und absorbiert die Schallwellen einfach, anstatt diese zurückzuschicken, wie es bei glatten Oberflächen der Fall wäre. Je voller der Schrank, desto ausgeprägter ist dieser Effekt. Wenn du ansonsten keinen Schrank im Aufnahmeraum hast, dann eignen sich auch Vorhänge oder andere feinporige Stoffobjekte.

Mikrofonständer oder Tisch-Stativ?

Ein Mikrofonständer eignet sich nicht zwingend besser zur Halterung des Mikrofons als ein Tischständer – es kommt vielmehr auf den Anwendungsbereich an. Für die Aufnahme von Gesang gilt grundsätzlich: Das Mikrofon am Mikrofonständer befestigen und minimal über der normalen Höhe aufhängen. Somit muss der Nutzer sich strecken, die Bauchmuskeln und das Zwerchfell werden angespannt und die Stimme erhält mehr Festigkeit.

Das Tischstativ ist eine gute Option für parallele Anwendungen, wie zum Beispiel das Besprechen von Videos oder Podcasts. Hier ist es wichtig, dass der Nutzer nicht in seinem regulären WorkFlow neben dem Aufnehmen gestört wird. Ein Tischstativ bietet sich daher vor allem für USB-Mikrofone oder allgemein für die Aufnahme von Sprache an.

Der perfekte Abstand zum Nutzer

Wie weit das Mikrofon vom Sprecher, bzw. von der aufzunehmenden Schallquelle entfernt sein sollte, ist von Modell zu Modell und von Setting zu Setting unterschiedlich. Gerade wenn ein Mikrofonständer für Gesangsaufnahmen genutzt wird, sollte der Nutzer lieber etwas weiter weg (ca. 10 – 20 cm) vom Mikrofon stehen, um das volle Stimmvolumen ausnutzen zu können.

Wer ein Tischstativ für Sprachaufnahmen benutzt, sollte darauf achten, nicht zu weit weg vom Mikro zu stehen. Natürlich reagieren unterschiedliche Mikrofontypen und verschiedene Modelle auch anders auf laute Schalleinwirkungen – in der Regel sorgt dies jedoch für lauter hörbares Hintergrundrauschen. Der optimale Abstand beträgt zwischen 5 und 10 cm.

Wer ein USB Audio Interface in Verbindung mit einem analogen XLR Kondensatormikrofon nutzt, sollte prüfen, ob das Interface über eine Übersteuerungsanzeige verfügt. Diese Funktion kann dabei helfen, Peaks auf den Aufnahmen frühzeitig zu erkennen und unterstützt gerade Einsteiger und Anfänger dabei, das ideale Setting für das Mikrofon zu finden.

Keine Kommentare

      Hinterlasse einen Kommentar

      Suchen