Die Bigband im Schlafzimmer – Schummeln erwünscht!

Wer in den eigenen vier Wänden Musikaufnahmen erstellen möchte bekommt schnell den Eindruck, dass die Möglichkeiten recht begrenzt sind. Nun leben wir aber im digitalen Zeitalter und wer sich nicht schämt in die Trickkiste zu greifen kann mit ein wenig Geschick den Großteil dieser Hindernisse umschiffen. Während wir in späteren Artikeln detailliert auf verschiedene Instrumententypen eingehen werden, wollen wir uns hier erst mal einen kleinen Überblick verschaffen:

Instrumentenkategorien

Wer auf der nächsten Party ein wenig schlau daher reden möchte, kann sich den Begriff „Hornbostel-Sachs-Systematik“ einprägen. Diese beiden Herren haben vor ca. 100 Jahren entschieden, dass sich jedes Musikinstrument einer von fünf Kategorien zuordnen lässt. Da sich für Instrumente innerhalb einer Kategorie sehr ähnliche Aufnahmetechniken eignen, wollen wir auch hier nach diesem Schema vorgehen.

Idiophone (Selbstklinger):

Zu den Idiophonen gehören alle Instrumente die zur Klangerzeugung ganzheitlich in Schwingung gebracht werden. Darunter fallen unter anderem Klanghölzer, Glocken, Becken und Rasseln. Kurz: Das Orf-Instrumentarium. Sind solche Instrumente vorhanden, sollten sie mit einem Mikrofon abgenommen werden. Da sie aber über ein recht unflexibles Klangspektrum verfügen spricht nicht viel dagegen stattdessen auf Samples zurückzugreifen.

Membranophone (Fellklinger):

Bei einem Membranophon wird der vornehmliche Klang von einem gespannten, vibrierenden Fell erzeugt. Die Rede ist von Trommeln. Da eine Trommel oft ziemlichen Lärm macht, eignet sie sich nur eingeschränkt zur Aufnahme im Homestudio. Auch können durch die hohe Schallenergie störende Raumreflexionen die Aufnahme färben. In den meisten Fällen ist es hier ratsam auf programmierte bzw. digital eingespielte Drums zurückzugreifen. Mit ein wenig Mühe und Übung ist es dank der vielen, hervorragenden Sample-Librarys die im Netz herum schwirren möglich sehr glaubhafte Aufnahmen zu imitieren.

Cordophphone (Saitenklinger):

Wir sind bei den klassischen Saiteninstrumenten angekommen. Gitarren, Streichinstrumente und Klaviere gehören alle zu den Cordophonen. Sind diese vorhanden sollten sie auch mikrofoniert werden. Grade beim Klavier gibt es aber auch sehr gute elektronische Alternativen. Eine Besonderheit stellt die E-Gitarre dar. Da sich deren Klang erst im Zusammenspiel mit einem (lauten) Verstärker entwickelt, lohnt sich oft die Verwendung eines Ampsimulators. Dieser bildet den Sound eines Gitarrenverstärkers plus Mikrofon digital nach und ermöglicht guten Klang bei geringer Raumlautstärke.

Aerophone (Luftschwinger):

Beim Aerophon schwingt nicht das eigentliche Instrument, sondern eine darin befindliche Luftsäule. Holz- und Blech-Blasinstrumente sowie Orgeln sind das Stichwort. Aerophone haben ein sehr breit gefächertes Klangspektrum und sind daher nur schwer digital nachzubilden. Besteht die Möglichkeit ein echtes Instrument aufzunehmen, sollte diese immer ergriffen werden. Ist dies nicht der Fall, lohnt es sich anstatt auf digitale Nachbauten zurückzugreifen, Samples mit ganzen Phrasen zu verwenden und diese mit Hilfe von Pitch-Shifting und Rearrangement den Bedürfnissen anzupassen.

Elektrophone (Stromschwinger):

Bei den Elektrophonen handelt es sich um die für Homerecorder gefälligste der fünf Kategorien. Hier wird der Klang direkt elektronisch erzeugt. Ein Abnehmen per Mikrofon ist nur zu erwägen, wenn das Instrument über einen charakteristischen Lautsprecher verfügt. Zu den Elektrophonen zählen alle Formen von Synthesizern, Samplern und ein Großteil der Heimorgeln. Oft werden die Klänge auch direkt im Computer erzeugt. Für den Homerecorder ein Traum.

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