So optimierst du deine Aufnahme-Umgebung richtig

Homerecording ist extrem populär geworden. Mit etwas Know-How lassen sich heutzutage auch bei kleinem Budget in den eigenen vier Wänden sehr ordentliche Aufnahmen erstellen. Hauptargument trotzdem in einprofessionelles Tonstudio zu gehen ist meist der akustisch optimierte Aufnahmeraum. Doch auch hier kann man mit etwas Mühe und Geduld zu Hause erstaunliche Ergebnisse erzielen. Natürlich sollte man keine Wunder erwarten. Nicht ohne Grund kostet der akustische Ausbau eines Aufnahmeraumes eine Stange Geld. Dennoch gibt es den ein oder anderen Trick um aus den heimischen Räumlichkeiten einiges herauszukitzeln.

Als ersten Schritt sollte man sich klar machen, dass jeder Raum einen Klang hat. Wir nehmen es meist nicht bewusst wahr, doch die Schall-Reflexionen von Wänden und Möbeln machen einen deutlichen Anteil jeder Aufnahme aus. Das muss nichts Schlechtes bedeuten. Der Sound bekommt dadurch Charakter. Harmoniert dieser mit dem Song, kann sich das mitunter sehr positiv auswirken.

Raumakkustik & Raumklang

Gern zitiert wird die Faustregel, dass Räume schwieriger zu beherrschen sind, je mehr parallele Wände sie haben. Zwischen parallelen Wänden bilden sich so genannte stehende Wellen. Diese sorgen dafür, dass schon geringe Bewegungen des Mikrofons oder der Schallquelle zu drastischen Veränderungen im Sound führen. Leider sind die meisten Wohnräume kastenförmig, was die denkbar ungünstigste Ausgangsposition darstellt. Sofern ein asymmetrischer Raum zur Verfügung steht ist dieser meistens vorzuziehen.

Ein weiterer Kniff ist dafür zu sorgen, dass der Raum nicht zu leer ist. Je mehr Objekte herumstehen, desto diffuser werden die Schall-Reflexionen. Der daraus resultierende Hall ist deutlich weniger aufdringlich als der in kahlen Räumen. Wer also noch einen Platz für seine Bücherregale sucht, sollte das Home-Studio dafür ins Auge fassen. Auch das Abdecken von glatten, harten Flächen (wie Wänden oder besonders Fenstern) führt oft zu einem deutlich angenehmeren Raumklang. Hierfür eignen sich schwere Vorhänge bzw. auf dem Boden Teppiche. Doch auch mit ein paar Decken lässt sich einiges improvisieren.

Gesangskabine & Reflexionsfilter

Wer handwerkliches Geschick mitbringt kann über den Bau einer Gesangskabine nachdenken. Im Internet findet man viele Anleitungen für verschiedene Budgets. Ganz billig geht es aber nicht. Meist liegen die Materialkosten im drei- bis vierstelligen Bereich. Dafür können Aufnahmen aus einer guten Gesangskabine mitunter durchaus an Tonstudio-Qualität heranreichen.

Wer nicht so tief in die Tasche greifen möchte wird möglicherweise mit einem so genannten Reflexionsfilter glücklich. Diese werden am Mikroständer befestigt und schirmen das Mikrofon vor einem Großteil der entstehenden Reflexionen ab. Klingt der Raum generell nicht sehr aufdringlich, kann ein Reflexionsfilter den Sound nochmal ein ganzes Stück nach vorne bringen. Wunder erwarten sollte man aber keine. Gerade wenn eine Aufnahme beim Mix stark mit einem Kompressor bearbeitet werden soll (was bei Gesangsspuren nicht unüblich ist), kann auch ein leiser, schlecht klingender Raum leicht wieder nach vorne kommen.

Mikrofonspinne & Popschutz

Wenn akustisch alles den jeweiligen Möglichkeiten entsprechend eingerichtet ist, sollte man sich noch um eine ordentliche Aufstellung des Mikrofons kümmern. Von großem Vorteil ist die Verwendung einer Mikrofon-Spinne. Dabei handelt es sich um eine freischwingende Aufhängung für das Mikrofon. Meist sind diese mittels zweier durch Gummibänder verbundener Ringe realisiert.

Der äußere Ring wird am Ständer angebracht und der innere umschließt das Mikrofon. Auf diese Weise kann sich kein direkter Körperschall vom Boden über das Stativ auf das Mikrofon übertragen. Besonders wenn sich in der Nähe des Gebäudes eine befahrene Straße befindet ist die Verwendung einer Mikrofon-Spinne Pflicht. Glücklicherweise werden diese bei vielen Mikrofonen bereits mitgeliefert.

Ähnlich wichtig ist die Verwendung eines Pop-Schutzes. Meist als Nylon-bespannter, Unterteller-großer Ring ausgeführt, dient dieser dazu den Luftstrom zwischen Schallquelle und Mikrofon zu verwirbeln. Dies verhindert Rumpel-Geräusche, wie sie entstehen wenn man direkt in ein Mikrofon hinein pustet. Am häufigsten kommt ein Pop-Schutz bei Gesangsaufnahmen zum Einsatz. Nicht selten sieht man sie auch beim Mikrofonieren von Blasinstrumenten.

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