Welche Effekte gibt es und wofür brauchst du sie?

Die Aufnahme ist im Kasten und die Instrumente stehen alle wieder an ihrem Platz. Jetzt wird es Zeit für ein bisschen Magie. Die Spuren wollen bearbeitet werden. Hierfür stehen dem findigen Mixer eine ganze Palette an Effekten zur Verfügung. Oft sind Varianten der wichtigsten bereits fest in die jeweilige DAW integriert. Weitere Effekte können als Plugins (meist im VST-Format) nachinstalliert werden. Wann und wofür diese benötigt werden erschließt sich dem Laien aber oft nur schwer. In späteren Artikeln werden wir die einzelnen Vertreter genauer vorstellen. Für den Anfang wollen wir uns aber erstmal einen kleinen Überblick verschaffen.

Einschleif- vs. Zumischeffekte:

Klassisch wird zwischen zwei Effektkategorien unterschieden. So genannte Einschleifeffekte schlucken das Eingangssignal, verändern es und spucken das bearbeitete Signal wieder aus. Sie werden also in die jeweilige Signalspur eingeschliffen. Auf das ursprüngliche Signal kann hinter dem Effekt nicht mehr zugegriffen werden. Es wurde ersetzt.

Zumischeffekte hingegen belegen eine eigene Signalspur. Das Signal einer oder mehrerer Spuren kann mittels eines Send-Reglers abgezweigt und an diese Spur gesendet werden. Die dort gesammelten Signale werden dann Spurintern genau wie beim Einschleifeffekt bearbeitet. Der Unterschied besteht darin, dass das Ergebnis den unbearbeiteten Spuren zugemischt werden kann. Es liegt schließlich auf einer separaten Spur vor.

Im Grunde kann fast jeder Effekt sowohl als Einschleif- als auch als Zumischeffekt verwendet werden. Traditionell haben aber die meisten Effekttypen ihre vornehmliche Rolle in einer dieser beiden Kathegorien gefunden.

Typische Einschleifeffekte:

Die klassischen Einschleifeffekte unterteilen sich in Frequenz- und Dynamik-bearbeitende Effekte.

Frequenz-bearbeitende Effekte:

Das Signal eines Instrumentes zeichnet sich gewöhnlich durch ein charakteristisches Frequenzspektrum aus. Mittels Frequenz-bearbeitender Effekte lassen sich diese verschiedenen Frequenzanteile betonen oder bremsen. Die Werkzeuge die hierfür verwendet werden sind der Equalizer und das Filter. Ersterer kann bestimmte Bereiche des Spektrums sowohl anheben als auch absenken, wirkt sich aber auch ein wenig auf den Klang der restlichen Frequenzbänder aus. Letzterer senkt nur ab, klingt dafür aber neutraler.

Dynamik-bearbeitende Effekte:

Bei der Dynamik handelt es sich einfach gesagt um die Lautstärkeschwankungen eines Signals. Sollen mehrere Spuren zusammengemischt werden ist es oft nötig deren Dynamik zu kontrollieren, damit sie nicht beginnen gegeneinander zu kämpfen. Der am häufigsten verwendete dynamische Effekt ist der Kompressor. Dieser sorgt dafür, dass beim Überschreiten einer gewissen Lautstärke (Threshold) in einem einstellbaren Maße (Ratio) zurückgeregelt wird. Ist die Ratio so hoch, dass das Signal eine gewisse Lautstärke nicht überschreiten kann spricht man von einem Limiter. Das Gegenstück zum Kompressor bildet der Expander. Dieser regelt das Signal herunter, wenn es einen Threshold unterschreitet. Wird das Signal unterhalb des Thresholds stumm geschaltet spricht man von einem (Noise-) Gate.

Typische Zumischeffekte:

Zugemischt werden meist Verzögerungseffekte. Dabei handelt es sich in erster Linie um Hall, der dem Signal eine Rauminformation hinzufügt und eine Position des Signals in der Tiefe ermöglicht. Etwas simpler funktioniert das Delay, welches das Signal verzögert wiederholt und so eine Art Echo erzeugt. Wählt man die Verzögerung eines Delays sehr kurz lassen sich sogenannte Modulationseffekte wie ein Flanger oder ein Chorus erzeugen.

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